Energiemarktdesign

Ein Umstieg auf vorwiegend erneuerbare Energieträger erfordert eine Reorganisation von Märkten. Regulatorische Eingriffe und Rahmenbedingungen des Stromhandels beeinflussen nicht nur entscheidend das unmittelbare Verhalten der Akteure und damit die Strompreise, sondern auch langfristig Investitionsanreize und Innovationsaktivitäten. Deshalb berücksichtigen unsere Analysen auch Investitions- und Innovationsanreize in den Bereichen Erzeugungskapazität, Speicher und Netze.
Der Forschungsbereich Energiemarktdesign des EnCN befasst sich mit den Auswirkungen wirtschafts- und klimapolitischer Entscheidungen auf die Versorgungssicherheit, die Zusammensetzung des Kraftwerksparks, die Strompreisentwicklung und die langfristigen Chancen und Risiken verschiedener Technologien. Dabei arbeiten die Wissenschaftler mit einem Methodenmix aus theoretischen Studien und numerischen Energiemarktmodellen, die durch Experimente und empirische Untersuchungen flankiert werden.

 

ANSPRECHPARTNER

Prof. Dr. Veronika Grimm
Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg / Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbes. Wirtschaftstheorie

Tel. +49 911 / 5302-224
email: veronika.grimm(at)fau.de

 

TÄTIGKEITSFELDER

  • Analyse der Wirkung verschiedener klimapolitischer und regulatorischer Instrumente wie Emissionshandel und Einspeisevergütung auf Investitionsanreize
  • Analyse der Chancen und ökonomischen Risiken innovativer Technologien
  • Analyse der effizienten Zusammensetzung des Kraftwerksparks und des adäquaten Netzausbaus
  • Untersuchung der Auswirkungen von gesetzlichen Rahmenbedingungen auf den Netzausbau, die Entwicklung des Technologiemix und die Strompreisentwicklung.
  • Aktive Partizipation an der aktuellen Diskussion zur Energiepolitik       
  • Laboratory for Experimental Research Nuremberg (LERN)
 

KOMPETENZEN

  • Kombination aus theoretischen, empirischen und experimentellen Ansätzen
  • Schwerpunkt auf dem Gebiet berechenbare Markt-Gleichgewichtsmodelle und experimentelle Wirtschaftsforschung, die es erlaubt, das Verhalten von Akteuren unter kontrollierten Bedingungen zu untersuchen
  • Experimentelle Wirtschaftsforschung
  • Detaillierte Kenntnisse der regulatorischen Rahmenbedingungen
  • langjährige Erfahrungen in der Modellierung strommarktspezifischer Probleme
  • langjährige Erfahrung mit experimenteller Evaluation von Marktmechanismen
 

LABOR UND EQUIPMENT

Seit April 2010 betreibt der Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insb. Wirtschaftstheorie, ein Labor für experimentelle Wirtschaftsforschung - das "Laboratory for Experimental Research in Nuremberg (LERN)". Das LERN bietet den Forschenden der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftichen Fakultät mit modernster Ausstattung die Möglichkeit, verhaltensökonomische Experimente durchzuführen. Eine Nutzung des LERN durch Vertreter unterschiedlichster Fachrichtungen bietet beste Voraussetzungen für vielseitige, interdisziplinäre und innovative Forschung auf höchstem Niveau.

 

ANGEBOTE

  • Untersuchung der Auswirkungen von gesetzlichen Rahmenbedingungen auf den Netzausbau, die Entwicklung des Technologiemix und den Strompreis
  • Gegenüberstellung von verschiedenen Szenarien zur Energiewende
  • Politikberatung
 

ANWENDUNGSGEBIETE

  • Energiemarkt
 

REFERENZPROJEKTE

  • SWARM Projekt in Zusammenarbeit mit der N-ERGIE Nürnberg

Der Lehrstuhl von Frau Prof. Grimm kooperiert im Rahmen eines Feldversuchs zu verbundenen Kleinspeicheranlagen mit der N-ERGIE AG Nürnberg. Ein zentral koordinierter „Schwarm“ von Energiespeichern soll unter anderem Primärregelleistung erbringen, den Eigenverbrauch erhöhen  und das Verteilernetz der Energieversorger entlasten. Weitere Informationen finden Sie hier.

  • Gutachten für die Monopolkommission zu regionalen Preiskomponenten im Strommarkt

In dem Gutachten werden am Energie Campus Nürnberg entwickelte Modelle genutzt, um die Auswirkungen verschiedener Energiemarktdesigns auf Investitonsanreize in Kraftwerke und den notwendigen Netzausbau zu untersuchen. Analysiert werden regional differenzierte Preise im Stromgroßhandel an der Börse, regional differenzierte Netzgebühren für die Erzeuger, aber auch die Effekte der Abregelung der EE-Einspeisung oder veränderte Planungsgrundlagen beim Netzausbau.

Es konnte gezeigt werden, dass beim Zubau von Kapazitäten im Systemoptimum Netze und Kraftwerke zugebaut würden, während im liberalisierten Strommarkt mit einer einheitlichen Strompreiszone nur Investitionsentscheidungen für Netze getroffen werden. Das vollständige Gutachten, das in das Sondergutachten der Monopolkommission einfließt, finden Sie hier.

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