31
Jul
2017

Wasserstoff und Speicherung im Schwerlastverkehr

Prof. Dr. Wolfgang Arlt und seinem Team erstellten eine Machbarkeitsstudie zum Thema Wasserstoff und Speicherung im Schwerlastverkehr. Sie zeigt Wege auf, wie der Schwerlastverkehr CO2-frei gestaltet werden kann. Die Energiequelle ist dabei Wasserstoff. Dieser wird nicht als Gas genutzt, sondern in einer energiedichteren und flüssigen Form (LOHC). Die Änderungen an der Infrastruktur der Tankstellen werden marginal sein. LOHC kann man dann tanken wie Diesel.

Das Ergebnis beinhaltet zwei Wege den Wasserstoff an Bord eines LKW energetisch zu nutzen: einer führt über den Verbrennungsmotor, der andere über eine Brennstoffzelle. Beide Wege werden extrem emissionsarm („zero emission“) sein. Der Weg über den Verbrennungsmotor nutzt die lange Erfahrung der deutschen Automobilindustrie auf diesem Gebiet. Als Seiteneffekt hat sich eine Abgasreinigung für Stickoxide ergeben, die auch für die heutigen PKW nutzbar wäre.

Beide Wege haben ihre spezifischen Vor- und Nachteile. Im Kontext mit der LOHC-Technik hat der Verbrennungsmotor größere Vorteile.

Die Studie prüft auch, ob eine regenerative Energieversorgung möglich sein wird. Der Wasserstoff kann klimafreundlich aus Elektrizität aus regenerativen Anlagen gewonnen werden. Sollte der gesamte Schwerlastverkehr auf den vorgeschlagenen Prinzipen basieren, ist ein weiterer und beschleunigter Ausbau der Gewinnung regenerativer Energie notwendig. Allerdings kann die Wasserstoff-beladene LOHC-Flüssigkeit auch importiert werden, z.B. aus Nord-Afrika,

Island oder Kanada. Auf diese Weise können die weltweit günstigsten Standorte für die Erzeugung regenerativer Energie für die emissionsfreie Mobilität in Deutschland genutzt werden.

Der nächste Schritt muss die Fertigung eines Prototypen LKW sein, der dann auf der Straße getestet wird. Wie bei jeder neuen Technologie müssen gesetzliche Regeln verändert werden. Eine neue Technologie ist oft teurer als eine etablierte. Daher muss in der Startphase ein Anreizsystem geschaffen werden, damit die knappen Margen des Transportgewerbes nicht reduziert werden. Ein Weg wäre die Minderung der Maut für CO2-freie LKW zur Not bis auf Null.

 >> zur Machbarkeitsstudie

zum Seitenanfang