Dekarbonisierung in Deutschland: Eine FAU-Studie zur Versicherung der Energiewende

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Klimaneutralität in Deutschland bis 2045? Prof. Dr. Mario Liebensteiner, Juniorprofessor für Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Energiemärkte und Energiesystemanalyse, beschäftigte sich in seiner Studie, erschienen in der renommierten Fachzeitschrift Applied Energy, mit konkreten Zahlen und Kapazitätsbedarf- auch in Hinblick auf die politische Debatte um die Kraftwerkstrategie.
Welche Investitionen in Kraftwerke, Speicher und Netze sind notwendig, um das deutsche Energiesystem bis 2045 CO2-neutral zu gestalten und welche Rolle spielen dabei die politischen Rahmenbedingungen? Diesen Fragen stellte sich Liebensteiner gemeinsam mit seinem Team und betont nun ausdrücklich:

„Wenn die Politik an ihren Klimazielen festhält, bis 2045 klimaneutral zu werden, dann müssen bereits jetzt die richtigen Entscheidungen dafür getroffen werden“

Gemeinsam mit seinen Kollegen Prof. Dr. Niklas Hartmann von der Hochschule Offenburg und Anas Abuzayed, Doktorand bei Mario Liebensteiner an der FAU, hat er deshalb mögliche Dekarbonisierungspfade bis 2045 modelliert. Ein zentrales Ergebnis sei bei einem System mit hohen Anteilen an Wind- und Solarenergie ein Bedarf an flexiblen Backup- Kapazitäten während sogenannter Dunkelflauten. Eine mögliche Lösung zur Schließung dieser Lücke könnten Wasserstofffähige Gaskraftwerke sein, die zunächst mit Erdgas und später mit (grünem) Wasserstoff betrieben werden können. Auch hierzu werden in der Studie konkrete Zahlen genannt und effiziente Vorschläge gemacht.

Prof. Dr. Liebensteiner und seine Kollegen kommen zu dem ermutigenden Schluss, dass die Dekarbonisierung des Energiesystems in Deutschland möglich ist - allerdings nur mit entsprechenden politischen Entscheidungen: „Die Dekarbonisierung wird sowieso teuer, aber wie teuer hängt davon ab, ob man bereits jetzt in steuerbare und wasserstofffähige Kraftwerksleistung investiert.“ Um steigenden Kosten, ineffizienten Überkapazitäten und Risiken in der Versorgungsicherheit entgegenzuwirken, müsse Deutschland in mehr Flexibilität investieren.