Klimapakt20230plus

Mit dem Projekt Klimapakt2030plus - Energiewende in Nürnberg, wird erstmals in Deutschland systematisch untersucht, welche Rolle die Metropolregion bei der Umsetzung der Energiewende und der Pariser Klimaziele spielen können.
Als großräumige funktionale Verflechtungsräume mit unterschiedlichen Charakteristika von Stadt und Land bieten die Metropolregionen einerseits die Möglichkeit, Kräfte von Kommunen und Landkreisen, Unternehmen und Zivilgesellschaft zu bündeln und der Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes regional einen Schub zu geben. So können z.B. erfolgreiche lokale Maßnahmen mit Hilfe von großräumigen Netzwerken effektiv skaliert werden. Andererseits stellt die Governance der Energiewende angesichts der Heterogenität der Gebietskörperschaften und Akteure eine besondere Herausforderung dar.
Dieser soll in einem metropolregionsweiten partizipativen Prozess zu einem Klimapakt 2030plus weiterentwickelt werden, indem zunächst neue Ziele für die Transformation definiert werden. Im Projekt werden dann in Form von Reallaboren zwei der Handlungsfelder in den Fokus genommen, innerhalb derer ein besonders starker Hebeleffekt zur Reduzierung der CO2-Emissionen erwartet wird.
Im Reallabor Transformation Energieversorgung werden Kommunen und Energieversorger hinsichtlich effizienter Maßnahmenpakete beraten und die Umsetzung von technischen und nicht-technischen Maßnahmen in der Fläche vorangetrieben. Im Reallabor Transformation Gebäudebestand werden Formate erarbeitet und erprobt, mit denen die energetische Sanierung kommunaler und privater Gebäude befördert werden soll, z.B. durch die Entwicklung praktischer Umsetzungshilfen.
Unterstützt wird die Arbeit in den Reallaboren zum einen durch die sozialökologische Begleitforschung, zum anderen aber durch ein eigens im Rahmen dieses Projektes entwickelten Simulationstools. Dieses Sektorenkopplungsmodell dient dazu, die Energieflüsse in der gesamten Metropolregion darzustellen und Auswirkungen von umgesetzten Maßnahmen und sich ändernden Randbedingungen anschaulich und verständlich zu machen. Das Simulationstool wird im Rahmen von Transformationswerkstätten und Experimentierräumen genutzt, um den Zielgruppen Energieversorgern, Zivilgesellschaft und Hausverwaltungen, aber auch von Maßnahmen betroffene Bürgerinnen und Bürgern eine bessere Informationsbasis zu bieten, Umsetzungsbarrieren zu überwinden, die Akzeptanz für Maßnahmen zur Bewältigung der Energiewende zu steigern und die Diskussion über dieses Thema zu versachlichen.

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Karl
FAU Erlangen-Nürnberg / Lehrstuhl für Energieverfahrenstechnik (EVT)
Jubiläum 2024 - Forum Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung, Credits: Eliah Bernick

01.12.202230.11.2027

  • EMN Europäische Metropolregion Nürnberg e.V. (EMN, Verbundkoordinator)
  • ENERGIEregion Nürnberg e.V. (ENERGIEregion)
  • Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)
  • Hochschule für Angewandte Wissenschaften Coburg-Institut für Hochspannungstechnik, Energiesystem- und Anlagendiagnose (IHEA)
  • Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU)
  • HafenCity Universität Hamburg (HCU)

Einzelvorhaben im Programm für Nachhaltigkeit (FONA), Förderschwerpunkt Sozialökologische Forschung

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