BioSNCR
“BioSNCR” arbeitet an der Entwicklung eines kostengünstigen Rauchgasreinigungssystems für dezentrale Biomassefeuerungsanlagen der Leistungsklasse bis 500 kW. Eine innovative Kombination aus Gaswäsche und Staubabscheidung soll biogene Rest- und Brennstoffe aus Paludi-Kultur zur Wärmeversorgung nutzen bei gleichzeitiger Einhaltung der geltenden Grenzwerte. Im Zentrum steht dabei die Reduzierung von Stickoxid-Emissionen.
Mit Hilfe des Verfahrens der selektiven, nichtkatalytischen Reduktion (SNCR) wird Harnstoff in die Nachbrennkammer der Feuerungsanalagen gesprüht. Beim Kontakt mit den heißen Abgasen spaltet sich der Harnstoff auf und verbindet sich mit den Stickoxiden. Es entstehen Stickstoff und Wasserdampf. Die Feinstaubemissionen werden zudem durch die Nutzung eines elektrostatischen Abscheiders, durch Rauchgaskondensation und durch Gaswäsche reduziert.
- Entwicklung und Integration von NOx-Abscheideverfahren in Biomasse-Kleinfeuerungsanlagen
- Technologie- und Verfahrensentwicklung unter Laborbedingungen und mittels CFD-Simulation (Computational Fluid Dynamics, auch numerische Strömungsmechanik genannt)
- Entwicklung von Regelsystemen zur orts-, zeit- und mengengenauen Zudosierung von Harnstoff
- Erprobung von NOx-Abscheideverfahren im praktischen Anlagenbetrieb
- Entwicklung von Wäschersystemen und deren Kombination mit anderen Staubabscheidetechnologien zur Minimierung von Staubemissionen
Juni 2026 – Mai 2029
VSS-Umwelttechnik GmbH, Troisdorf
Teilvorhaben 1: Kombinierte Abscheidung von Stickoxiden und Staub in dezentralen Biomassefeuerungen; Gesamtsystementwicklung
Durchführung: Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm
Teilvorhaben 2: Kombinierte Abscheidung von Stickoxiden und Staub in dezentralen Biomassefeuerungen – Wäschersystementwicklung
Durchführung: VSS-Umwelttechnik GmbH, Troisdorf
Teilvorhaben 1:
Kernthemen des ersten Teilvorhaben sind die Minderung von NOx-Emissionen mittels SNCR-Verfahren (Harnstoffeindüsung in die Nachbrennkammer), die Staubemissionsminderung mittels Elektrofilter, Rauchgaskondensation und Gaswäscher, die Erweiterung der Brennstoffpalette hin zu biogenen Rest- und Abfallstoffen sowie Brennstoffen aus Paludikulturen mit u.a. erhöhten Stickstoffgehalten, die Steigerung der Ressourceneffizienz durch Erhöhung der Nutzwärmeauskopplung, sowie die Nutzung entstehender Nebenprodukte als Dünger in der Landwirtschaft.
Die Nutzung von Brennstoffen aus Paludikulturen (Schilf und Rohrkolben zum Beispiel)tragen zum Klimaschutz, Moorerhaltung sowie zur nachhaltigen Bewirtschaftung und Sicherung der Wertschöpfungsketten in der Landwirtschaft bei. Eine wesentliche Innovation besteht in der intelligenten, kompakten und kostengünstigen Integration von Abscheideverfahren, welche bei Großanlagen oder motorischen Anwendungen erprobt sind und nun in Kombination mit einer nassen Gasreinigung auf die Bedingungen dezentraler Biomassekessel übertragen werden.
Die TH Nürnberg übernimmt in der Zusammenarbeit des Verbundprojekts die Laboruntersuchung des Verfahrens sowie die virtuelle Untersuchung mittels CFD-Simulation.
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Bild: AdobeStock_1254273890

